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Der älteste Hesse – ein Wahlshäuser

In erster Ehe war Konrad Stang in Raboldshausen verheiratet und verwitwet. Seit seiner 2. Eheschließung 1904 lebte er in Asterode im Haus
Nr. 105. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor. Seinen Lebensabend verbrachte er im Haus seiner jüngsten Tochter.

Auf der Suche nach Arbeit und Lohn führte ihn sein Lebensweg in seiner Jugend, wie viele aus unserer Gegend, ins Industriegebiet Westfalen und nach Hamburg. Von dort zurückgekehrt, war er noch viele Jahre in der Ziegelei Krüger in Neukirchen beschäftigt. Auch als Fuhrmann, landwirtschaftlicher Arbeiter und am Bau verdiente er für sich und seine Familie den Lebensunterhalt.

Konrad Stang erblickte am 2 Juli 1869 in Wahlshausen in dem Haus Nr. 22 an der Hauptstraße das Licht der Welt. Hier wuchs er auf und machte im Ort eine Schuhmacherlehre.

 

 

Zweimal verunglückte Konrad Stang sehr schwer. Eine tiefe Narbe an seinem Kopf erinnerte an einen schweren Arbeitsunfall im Jahre 1921, als bei einem Langholzfuhrwerk die Bremsen versagten und die durchgegangenen Pferde den Fuhrmann meterweit mitzogen.

Kaum genesen, ereilte ihn im gleichen Jahr ein zweiter Arbeitsunfall, so dass er Invalide und teilweise arbeitsunfähig wurde.

Drei Kriege hat Konrad Stang erlebt, ohne jedoch an einem aktiv teilgenommen zu haben.

 

1871 war er gerade 2 Jahre alt – zu jung zum Kämpfen.

1914 war er als Ungedienter nicht mehr wehrpflichtig – zu alt zum Kämpfen.

1939, also zu Beginn des 2. Weltkrieges, war er bereits 70 Jahre.

 

Nach dem Rezept für sein hohes Alter befragt, gab er stets als Antwort:

 

„Arbeit und kein üppiges Leben.

Viel arbeiten und mäßig leben“

(entspricht genau den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft).

 

Er gönnte sich bis ins hohe Alter täglich sein Schnäpschen und rauchte nach dem Mittagessen seine lange Pfeife. Sonntags belohnte er sich mit einer guten Zigarre.

 

Geschenkt wurde Konrad Stang in seinem langen Leben nichts. Viel Not und Leid hat er miterleben müssen. Das Arbeiten war früher auch härter als heute. Eine 40-Stunden-Woche gab es für ihn nicht.

Zahlreiche seltene Ehrungen und Gratulationen wurden dem Hochbetagten noch zu Lebzeiten zuteil und von ihm mit Interesse und Freude bei geistiger Frische entgegengenommen.

 

Er verstarb am 18. Juli 1976 in Asterode als ältester Hesse im gesegneten Alter von 107 Jahren und fand dort auch seine letzte Ruhe.

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