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Ortsbeschreibung

Wahlshausen liegt am Rande des südlichen Knüllgebirges, etwa einen Kilometer östlich von Oberaula, in einer Talsenke zwischen Eisenberg und Ibra-Kuppe. Der Eisenberg, höchster Berg des Knülls, ist nur wenige Kilometer entfernt und mit seinen 636 Metern ü. NN vom Dorf aus fast überall gut zu sehen.

Durch Wahlshausen fließt die Aula, ein kleiner Bach, der in Oberaula entspringt und in Niederaula, nach 21 km Lauflänge, in die Fulda mündet. In der Ortslage fließt der Gräsbach am Turnplatz (Platz an der Aula) in die Aula. Der Aula verdankt die Region auch ihren Namen "Aulatal".

In Wahlshausen sind derzeit 288 Einwohner mit Erstwohnsitz hier gemeldet.

 

An unseren Hausbergen, der „Ibra-Kuppe“ und dem Basaltbruch „Nöll“ in Oberaula, kann man auch heute noch wunderschön die aufsteigenden Basaltsäulen bestaunen.

 

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind die Gemeinden Gersdorf, Allendorf, Ibra, Hausen, Oberaula, Friedigerode, Willingshain

Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Geografische Lage: 50° 51' 11" N, 09° 29' 22" O
Höhe: 320 m ü. NN
Postleitzahlen: 36280 (alt: 6435)
Vorwahl: 06628
Kfz-Kennzeichen: HR

Website: www.wahlshausen.de

Ortsvorsteher: Walter Berg

 

Verkehr

Wahlshausen befindet sich an der 64 km langen Bundesstraße 454. Sie führt von Niederaula über Schwalmstadt nach Kirchhain, wo sie an die B 62 anschließt.

Bis 1977 führte noch die eingleisige Nebenbahn Treysa-Bad Hersfeld durch unsere Gemeinde. Der Eisenbahnverkehr wurde jedoch nach dem Dammbruch in Kirchheim am 22. August 1977 eingestellt. Diese Trasse wurde vor kurzem umgebaut zum Radweg R11, der in der Verlängerung Aachen mit Görlitz verbindet.

Besiedlung

Wann unser Ort wirklich entstanden ist lässt sich leider mit Urkunden und Geschichtsaufschreibungen nicht belegen. Auch die Ortsnamensforschung kann hier nur Anhaltspunkte liefern.

In der Ersterwähnungsurkunde wird unser Ort „Waleshusen“ genannt. Es ist der Normalfall, dass im Laufe der Geschichte Ortsnamen verschiedene Schreibweisen hatten. Eine einheitliche Rechtschreibung gab es ja noch nicht.

In unserem Fall sind das:

1309 Waleshusen
1344 Waleshusen
1343 Villa Walsnhusen
1366 Waylshusen
1416 Walshusen
1419 Waleshusen
1467 Walshusen
1618 Walshausen
1639 Wahlshaussen
1778 Waldshusen
danach Wahlshausen

Auszug einer Karte des Stiftes Hersfeld aus dem Jahre 1647    Quelle: Staatsarchiv Marburg

Woher genau der Name „Wahlshausen“ kommt, ist nicht bekannt. Es gibt mehrere Erklärungsmöglichkeiten.

  • In dieser alten Karte des Stifts Hersfeld aus dem Jahre 1647 wird unsere Aula als „die Wal“ bezeichnet. Im gesamten Aulatal gibt es keine andere Ortschaft, die einen deutlicheren Bezug zu diesem Fluss hat als Wahlshausen. Somit ist hier eine direkte Verbindung wahrscheinlich. Ob nun „die Wal“ dem Dorf oder das Dorf dem Fluss den Namen gegeben hat, lässt sich nicht klären.
  • Es ist denkbar, dass der Ort die „Wahl“stätte eines Grundbesitzers war.
  • Es könnte sich bei der Namensgebung auch um „die Häuser bei Walo“ handeln. „Walo“ war ein damals gebräuchlicher Personenname. Diese Version wird nach der Ausarbeitung von Dr. Hans Günther Bickert, Marburg, favorisiert. In seinem Artikel: Namen erzählen Geschichte, Mein Heimatland, 2012-1, stellt er enge Beziehungen der landesgeschichtlichen Siedlungsforschung mit Ortsnamen dar.

Karte des Stiftes Hersfeld aus dem Jahr 1647    Quelle: Staatsarchiv Marburg

 

Spuren menschlicher Besiedlung aus Steinzeit und mittlerer Bronzezeit sind in der näheren Umgegend und auch in unserer Gemarkung gefunden worden.

So wurden eine Steinaxt und ein Faustkeil auf Wahlshäuser Feldern gefunden.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schrieb in seiner "Germania", über die Siedlungsart der Germanen.

Er berichtete von abgeschiedenen Einzelgehöften, wo der Boden urbar gemacht worden war, der Wald Holz, Früchte und Pilze lieferte und das Vieh auf den Lichtungen graste. Neben den Einzelgehöften gab es aber auch Kleinsiedlungen und größerer geschlossene Siedlungen. Die Feldforschung brachte planlose Ansiedlungen, aber auch richtig geplante Anlagen wieder ans Tageslicht.

Meist wurden die Häuser in Westost- Richtung errichtet, um den Winddruck zu mindern. In Nordwest- Germanien herrschte der dreischiffige Hallenbau vor. Dabei handelte es sich um ein kombiniertes Wohn- und Stallhaus, mit einem heruntergezogenen Dach, das von inneren Pfeilern getragen wurde. Die Wände waren meist aus lehmverschmiertem Flechtwerk oder Rasenplacken. Mensch und Tier lebten hier unter einem Dach. So wurde die Wärme der Vierbeiner genutzt, selbst ihr Mist diente als Wärmespender. Die Länge der Häuser veränderte sich mit den Jahren,  lag sie im 1. Jh. n. Chr. in der Regel noch bei 9- 10 Metern, so gegen Ende des Jahrtausends schon bei 15- 20 Metern. Aufgeteilt war das Haus in Wohn- und Stallteil, der Eingang befand sich an den Längswänden, wo diese beiden Bereiche zusammenstießen. Außer dem Haupthaus gab es häufig auch Nebengebäude, so Webstuben, Kochgebäude und Vorratskeller.

Richtige Städte gab es in Germanien nicht, aber burgenartige Siedlungen mit Werkstätten, in denen sich die Handwerker tummelten und die von starken Wällen umgeben waren.

 

Ackerbau und Viehzucht

Die Germanen lebten vor allem vom Ackerbau. Viehzucht spielte eher eine untergeordnete Rolle. Pro Hof fanden sich selten mehr als 50 Tiere. Vieh war nicht so wichtig als Nahrung, aber für die Entstehung von Besitz. 

Die Nahrung bestand hauptsächlich aus Getreide - Körnerbrei und Fladen, die im Ofen gebacken wurden. Vieh wurde nur geschlachtet, wenn es keine Milch mehr gab oder nicht mehr zur Zucht taugte. Die Tiere über den Winter zu bringen war nicht einfach, da das Futter fehlte, aber es war genauso problematisch das Fleisch zu konservieren....es gab nur zwei Möglichkeiten - Lufttrocknung oder Pökelung. Beeren, Pilze und Nüsse ergänzten den Speiseplan. Auch Bienenzucht wurde betrieben, Honig gewonnen. Der Honig war der einzige "Süßstoff" und wichtig, denn er wurde auch zur Metherstellung gebraucht. Erwähnenswert ist auch das Salz, denn es spielte immer eine große Rolle. Salzquellen waren die "Goldgruben" schlechthin.

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